Geschichten & Gedichte

Sprüche & Weisheiten

©Sämtliche Texte und Bilder Andreas Wurster

Fürchte nicht die Traurigkeit,

denn sie ist auch Wahrheit.

Nur wenn du die Trauer kennst,

und auch akzeptierst, hast Du das

Recht zu hoffen; und ist denn

nicht die Hoffnung eines

der schönsten Gefühle die ein

Mensch haben kann?

Andreas Wurster

 

 

Die Nonnen vom Wildsee

Eine Hommage an eine alte Sage vom Wildsee bei Kaltenbronn

Selten ist`s so still und kalt,

als wenn es Winter ist in diesem Wald.

Kein Vogel und kein Reh,

keines Lebens Spuren im hellen Schnee.

Müde schickt der Mond sein Licht,

hinab in Tales Tiefe.

Doch bis hinab auf Seengrund gelangt es nicht.

Dort im dunklen Born, da ruhen Sie,

und warten auf die Zeit,

dass Frühling kommt und Heiterkeit.

Dass Vögel singen überm stillen Wasser,

und Nebel weicht dem Sonnenlicht.

Denn es ist Trost, in stiller Trauer,

zu spüren das Leben und Heiterkeit,

wenn selbst man nun im Tod verweilt.

 

Andreas Wurster

Erstmals veröffentlicht in der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes

 

Der Weg

 

Diesen Weg, den ich in Gedanken geh, ging ich vor vielen Jahren zum letzten Mal. Schmal ist er und wenn man nicht aufpasst, stolpert man leicht über eine Wurzel. Er führt vom Rand des Waldes, weg von unserem Dorf, tief in den Wald hinein. Die Bäume, die einen auf diesem Weg begleiten sind alt und hoch. Sie umschließen den Wanderer dort wie schützende Hände eine kleine Flamme. Obwohl ich dort schon seit Jahren nicht mehr war, kenne ich jeden Meter dieses Weges. Oft ging ich diesen Weg allein. Doch irgendwann begann es, dass jemand meine Hand hielt während ich dort ging. Ich erinnere mich genau an diese Hand. Sie gehörte einem Mädchen mit schulterlangem, braunen Haar. Ihre Hand war wunderbar weich und es kam mir so vor, als ob sie ein Teil meiner selbst wäre.

Schweigend gingen wir diesen Weg, nur Hand in Hand. Nichts Schöneres gab es für mich zu jener Zeit. Nichts war vollkommener. Stundenlang konnten wir diesem Weg folgen, bis er endlich an einem kleinen See endete. Auf jenem Weg und an diesem See verbrachte ich den schönsten Sommer meines Lebens. Dabei war ich erst sechzehn und sie ein Jahr jünger, glaube ich! Es ist schon so lange her, dass ich diese Hand hielt, dass es mir wie eine Legende aus alter zeit vorkommt. Ist dies damals wirklich geschehen? War ich wirklich immer wieder dort, an ihrer Seite. Das Mädchen mit dem braunen Haar und dem wunderschönen Lächeln. Ich wünschte es hätte nie aufgehört. Ich wünschte wir wären nie zurückgekehrt. Ich kann die Hand immer noch fühlen und den Weg immer noch sehen. Vielleicht bin ich ja immer noch dort, zusammen mit ihr und weis es nur nicht. Vielleicht hat dieser Sommer ja nie aufgehört. Ich möchte diesen Weg niemals zurückgehen. Ich möchte mich nie daran erinnern in zurückgegangen zu sein. Ich bleibe dort am Ufer des kleinen Sees sitzen und hoffe, dass eine Hand in meiner liegt. Ich möchte nie wieder auf diesen Zauber verzichten. Wenn man so etwas einmal genießen durfte, dann ist der Rest des Lebens nur noch Schmerz. Dort ist alles was so wichtig ist im leben so weit weg und unbedeutend. Es ist der Platz meines Herzens, der Platz an dem ich meine erste Liebe fand. Ich erinnere mich an den Gesang der Vögel und an den Duft des Waldes. An den Duft ihrer Haare und an den Glanz ihrer Augen, wenn sich das Wasser des Sees darin spiegelt. Ich möchte nicht mehr zurück. Niemals mehr weg von jenem Ort!

 

Andreas Wurster                                                                 

                                                                                                    

 

 

                               

 

                          

Ich hätte nie gedacht…

 

Ich hätte nie gedacht,

dass Liebe oft auch traurig macht,

dass Lächeln manchmal Lüge ist

und falsche Zärtlichkeit die Seele frisst!

Ich hätte nie daran geglaubt, dass

Einsamkeit die Hoffnung raubt!

Hab nie begriffen um was es geht,

wenn man vor dem Abgrund steht!

Doch hätte ich auch nie gedacht,

dass Einsamkeit oft Freunde schafft!

Plötzlich sind sie da, und man sieht

neue Hoffnung, hell und klar!

Am Ende des Tunnels ist nun ein Licht,

so hell, dass es alle Ängste bricht.

Sinn erfüllt das leben neu und vergangen

ist nun alle Scheu……

 

Andreas Wurster                                    

     

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